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Publikation der revidierten Norm SIA 243 – Verputzte Aussenwärmedämmung

Revidierte Norm SIA 243:2026 – Weiterentwicklung mit Verantwortung

Persönliches Vorwort

Die verputzte Aussenwärmedämmung hat sich in den vergangenen Jahren technisch, bauphysikalisch und gestalterisch stark weiterentwickelt. Gleichzeitig sind die Anforderungen an Energieeffizienz, Dauerhaftigkeit, Nachhaltigkeit und Ausführungsqualität gestiegen.

Es war mir eine besondere Verantwortung und Ehre, die Überarbeitung der Norm SIA 243 „Verputzte Aussenwärmedämmung (VAWD)“ als Präsidentin der zuständigen Kommission zu leiten. Gemeinsam mit einem interdisziplinären Fachgremium konnten wir die Norm grundlegend aktualisieren, präzisieren und an die heutigen Anforderungen anpassen.

Mit der Inkraftsetzung per 1. Februar 2026 liegt nun eine zeitgemässe, praxisorientierte und technisch fundierte Grundlage für Planung und Ausführung vor.

Simone Toma

Ziel der Revision

Die Norm SIA 243:2026 regelt Planung, Ausschreibung und Ausführung von verputzten Aussenwärmedämmsystemen. Die bisherige Ausgabe von 2008 wurde umfassend überarbeitet.

Zentrale Ziele der Revision waren:

  • Integration technischer Entwicklungen der letzten Jahre

  • Präzisierung bewährter Ausführungsregeln

  • Stärkere Berücksichtigung bauphysikalischer Zusammenhänge

  • Verankerung ökologischer und gesundheitlicher Aspekte

  • Verbesserung der Verständlichkeit und Terminologie

Parallel zur technischen Norm wurde auch die Vertragsnorm SIA 118/243:2026 angepasst.

Wesentliche Neuerungen im Überblick

Präzisierte Begriffe und klare Systematik

Die Terminologie wurde vereinheitlicht und strukturell klarer aufgebaut. Dies erleichtert die Kommunikation zwischen Planung, Ausschreibung und Ausführung.

Anpassungen bei Fugen und Anschlüssen

Die bisher mögliche verdeckte Kittfuge entfällt. Neu werden Fugendichtungsbänder mit definierten Anforderungen an die Schlagregendichtheit vorgesehen.

Anschlussdetails – etwa bei Dachrändern, Fensterbänken, Leibungen oder Sockelzonen – wurden technisch geschärft, um schadensanfällige Bereiche robuster auszubilden.

Einführung von TSR-Grenzwerten

Erstmals werden TSR-Werte (Total Solar Reflectance) als verbindliche Planungskennwerte eingeführt. Diese sind insbesondere bei dunklen Fassadenfarbtönen relevant, da erhöhte Oberflächentemperaturen die Dauerhaftigkeit von Systemen beeinflussen können

Differenzierter Umgang mit mikrobiologischem Bewuchs

Der Einfluss von Algen- und Pilzbewuchs wird systematisch berücksichtigt. Neben der Materialwahl spielen konstruktive Ausbildung und Oberflächenbeschaffenheit eine entscheidende Rolle.

Klare Unterscheidung der Schichtdicken

Die Norm differenziert deutlich zwischen Dünnschicht-, Mittel- und Dickschichtsystemen und definiert entsprechende Mindestanforderungen.

Präzisierte Befestigungs- und Toleranzvorgaben

  • Detailliertere Anforderungen an die Verklebung von Dämmplatten (z. B. geschlossene Kleberandstreifen zur Vermeidung von Hinterströmungen)

  • Differenzierte Regelungen zu Ebenheits- und Winkelabweichungen

Nachhaltigkeit und Gesundheit als integraler Bestandteil

Ökologische und gesundheitliche Aspekte sind nicht mehr Randthemen, sondern integraler Bestandteil der Norm. Materialwahl, Verarbeitung und bauphysikalische Wirkung werden ganzheitlich betrachtet.

Bedeutung für Planung und Ausführung

Die revidierte Norm gilt für alle Projekte, die ab dem 1. Februar 2026 geplant werden. Sie beeinflusst unmittelbar:

  • Ausschreibungen

  • Werkverträge

  • Detailplanung

  • Qualitätssicherung

  • Bauphysikalische Nachweise

Für Planerinnen, Unternehmer und Bauherrschaften bedeutet dies eine sorgfältige Überprüfung und Anpassung bestehender Grundlagen. Gerne unterstützen wir Sie bei Ausschreibungen und Devisierungen.

Nehmen Sie Kontakt mit uns auf – wir beraten Sie gerne persönlich.

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